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» Arteriosklerose (AVK)
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Aneurysma

Aneurysmen sind sackförmige Erweiterungen der Gefäße und können prinzipiell alle Gefäßabschnitte betreffen. Ist die Gefäßwand erkrankt (Arteriosklerose / Entzündung / Infektion ) kann es zur Aussackung des betroffenen Gefäßes kommen. Am häufigsten betroffen ist die Bauchschlagader unterhalb der Nierenschlagadern nicht selten auch die Kniekehlenschlagader.
Die besondere Tücke der Erkrankung liegt in ihrem oft über lange Zeit vollständig symptomlosen Verlauf. So sind es die in der Regel lebensbedrohlichen Komplikationen wie das Platzen eines Aneurysmas oder die Verschleppung von Blutgerinnseln mit schwersten Durchblutungsstörungen, die zur Diagnose führen. Seltener sind es anhaltende Rückenschmerzen oder die schmerzhafte Einschränkung der Gehstrecke, die zur Diagnose führen.

Diagnose

Dank der heute weiten Verbreitung der Ultraschalldiagnostik auch in der hausärztlichen Praxis, wird die Diagnose zunehmend rechtzeitig gestellt. Eine Computertomographie und eine Angiographie unterstützen die Therapieplanung.

Therapie

Nicht jedes Aneurysma muss operiert werden! Hier spielt die Größe, die Form, die Lokalisation und das Wachstumsverhalten eine wichtige Rolle. In jedem Fall sollte frühzeitig ein Gefäßspezialist hinzugezogen werden. Ist eine Operation unumgänglich, kann diese heute dank moderner Narkoseverfahren und hochentwickelter Operationstechnik mit großer Sicherheit durchgeführt werden.
In den letzten Jahren wurde eine neue “endovasculare” (minimalinvasive Technik) Methode entwickelt, die es erlaubt Aneurysmen der Bauch-und Beckenschlagadern ohne Eröffnung der Bauchhöhle zu behandeln. Hierbei wird eine Gefäßprothese durch die Leistenschlagader in der Bauchschlagader verankert, und so das Aneurysma ausgeschaltet. Wie jede neue Technik muss sich auch das endovasculare Verfahren an den sehr guten Ergebnissen der herkömmlichen Operation messen lassen. Bis heute ist es leider noch nicht möglich, alle Patienten mit einem Aneurysma auf diese neue und sehr schonende Weise zu behandeln.

Arteriosklerose - arterielle Verschlußkrankheit(AVK)
”Schaufensterkrankheit”

Die Arteriosklerose ist eine Erkrankung des Gefäßsystems. Kalk - und Fettablagerungen in den Arterien (Schlagadern) führen, zunächst über lange Zeit unbemerkt, zu Verengungen (Stenosen) und schließlich zu Verschlüssen einzelner Gefäßabschnitte. Ist die Arteriosklerose einmal in Gang gekommen, finden sich die typischen Gefäßveränderungen häufig an vielen Stellen des Schlagadersystems. Erst wenn die entstandene Gefäßverengung oder der Gefäßverschluss zu einer kritischen Mangeldurchblutung geführt hat, bemerkt der Betroffene die typischen Symptome, die ihn dann zu seinem Arzt führen. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und richten sich jeweils nach dem Gefäßabschnitt, der in diesem Moment am stärksten betroffen ist.
Das bekannteste Symptom ist wohl die s.g. Schaufensterkrankheit. Hierbei sind die Schlagadern für die Beindurchblutung betroffen. Gefäßverengungen s.g. Stenosen und Gefäßverschlüsse von der Hauptschlagader (Aorta) über die Becken - und Oberschenkelschlagader bis zu den Unterschenkelschlagadern führen zu einer Mangeldurchblutung der Beine. Die betroffenen Patienten klagen über Schmerzen in der Gesäßmuskulatur, den Oberschenkeln oder den Unterschenkeln, die typischerweise nach Belastung ( z.B. Gehen, Laufen, Radfahren ... ) auftreten und nach mehr oder weniger langer Erholungsphase wieder verschwinden.
Mangeldurchblutungen können jedoch jedes Organ und jeden Körperteil betreffen. So finden sich eine Vielzahl verschiedenster Symptome, die auf die Erkrankung Arteriosklerose hinweisen.

Im folgenden einige Beispiele:

  • Angina pectoris Verengung der Herzkranzgefäße;
  • Angina abdominalis Verengung der Eingeweideschlagadern mit Bauchschmerzen insbesondere nach den Mahlzeiten;
  • Bluthochdruck Verengung der Nierenschlagader;
  • Schlaganfall Verengung der Halsschlagader;
  • Potenzstörungen Verengung der Beckenschlagader;

Risikofaktoren: 

Wir kennen eine Reihe von Störungen und Erkrankungen, die die Entstehung und das Voranschreiten der Arteriosklerose begünstigen. Zu den Hauptrisikofaktoren zählen:

  • Rauchen,
  • Bluthochdruck,
  • Zuckerkrankheit,
  • Fettstoffwechselstörungen.

Therapie:

Ist einmal die Diagnose Arteriosklerose gestellt, bedarf es einer gründlichen und umfassenden Untersuchung durch einen Gefäßspezialisten, der dann die nötige Beratung und Therapie durchführt. Es ist besonders wichtig, sich zu verdeutlichen, dass es sich bei der arteriellen Verschlußkrankheit ( AVK ) um eine chronische Erkrankung handelt, deren Behandlung oft über lange Zeit zu erfolgen hat. Die Mitarbeit der Patienten ist hierbei von ganz besonders großer Bedeutung.

Die therapeutischen Möglichkeiten reichen heute von der konservativen medikamentösen Therapie über schonende Katheterbehandlungen bis zur offenen Bypasschirurgie. Die schonende Katheterbehandlung hat sich vor allem auch in der Kombination mit der offenen Operation als besonders vorteilhaft erwiesen. So konnten vormals große Operationen durch die Kombinationstherapie ( kleinere OP plus Kathetereinsatz ) auf ein besonders schonendes Maß reduziert werden, was besonders unseren zumeist älteren Patienten zugute kommt. Nicht zuletzt hat sich aber auch die Kathtertechnik besonders in der Hand des erfahrenen Gefäßchirurgen bewährt.

Der drohende Schlaganfall!

Was ist zu tun?

Die Ursache für einen Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Derartige Durchblutungsstörungen entstehen zum einen durch Blutungen bei geplatzten Gefäßen, zum anderen können Blutgerinnsel zum Verschluss von Gefäßen im Gehirn führen. Nicht selten stammen diese Blutgerinnsel aus dem Herzen, insbesondere wenn der Patient unter Herzrhythmusstörungen leidet.   Etwa 30 % aller Schlaganfälle werden durch eine Arteriosklerose der das Gehirn versorgenden Gefäße verursacht.
Nicht immer kommt es gleich zum Vollbild eines “großen Schlaganfalls” mit bleibenden Lähmungen und dauerhafter Invalidität. Häufig kündigt sich ein Schlaganfall durch Warnsignale an. Es handelt sich hierbei um sogenannte transitorische ischämische Attacken (TIA). Diese Attacken dauern nur einige Minuten, allenfalls einige Stunden. Es ist deshalb besonders wichtig diese zu kennen und gleich seinen Arzt aufzusuchen.

Warnsignale!!!

  • Plötzliche Schwäche in einem Arm oder einer Körperhälfte - “Mir ist die Tasse aus der Hand gefallen; mein Arm war plötzlich ganz schwach und taub.” “Ich bin aus heiterem Himmel hingeschlagen und konnte für einen Augenblick mein Bein nicht richtig bewegen”
  • Plötzliche Schwäche der Sehkraft - “Auf einmal konnte ich auf einem Auge nicht mehr richtig sehen”
  • Sprachstörungen - “Ich wollte etwas sagen und konnte nicht die richtigen Worte finden”
  • Gefühlsstörungen - “Für einen Augenblick war mein linker Arm ganz taub”
  • Plötzlich einsetzender starker Kopfschmerz - “Derartig starke Kopfschmerzen kannte ich vorher nicht”

Die o.g. Warnsignale müssen nicht immer einen Schlaganfall ankündigen. In jedem Fall sollte jedoch sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Therapie:

Die beste Therapie ist die Vermeidung eines Schlaganfalls! Sind bereits Warnsignale (TIA`s) aufgetreten, gilt es so schnell wie möglich die Quelle herauszufinden und zu beseitigen. Häufig ist dies durch die Verordnung von Medikamenten, wie bei der Therapie der Herzrhythmusstörungen, möglich. Sollte jedoch eine Verengung der Halsschlagader als Ursache erkannt werden, ist in der Regel eine Operation dringend notwendig. In letzter Zeit wird zunehmend auch die Kathetertechnik als Alternative zur Operation angegeben. Bis heute ist das Katheterverfahren zur Aufdehnung der Halsschlagader jedoch nicht ausreichend erprobt und muss als experimentelles Verfahren angesehen werden.